Über

James Joyce lehnte seinen Roman ULYSSES an Homers Irrfahrten des Odysseus an; in dieser Inszenierung dient er als Rahmen, als Annäherung an den Menschen, an das Zeitgefühl unserer Gegenwart.Das medienübergreifende Projekt gliedert sich in zwei Teile.
Den Auftakt bilden 14 Kurzfilmepisoden, die den Tagesverlauf von Leopold Bloom und Stephen Dedalus dokumentieren.
In diesen Videoclips verschmelzen Joyces akribische Alltagsbeschreibungen des Jahres 1904 mit der Gegenwart des Jahres 2014. Die zentralen Themen, Orte und Motive der Ulysses-Kapitel werden zum Gegenstand der Interviews, die die Filmemacher mit eigenen Zeitgenossen führen.

Der zweite Teil des Projektes – Bloom und Dedalus treffen endlich aufeinander – wird dann auf der Bühne erzählt: Nachdem sich ihre Wege im Verlauf des Tages schon mehrfach gekreuzt haben, finden die beiden streunenden Gestalten im Zwielicht der nächtlichen Stadt schließlich zusammen. Der in die Jahre gekommene Anzeigenakquisiteur Bloom nimmt sich des betrunkenen jungen Künstlers an. Rauschhaft und überbordend eröffnet uns Joyce den Gefühls- und Gedankenkosmos seiner beiden Antihelden, deren Gang durch die Nacht nun als Bühnenstück erzählt wird.

Die Darsteller, die in den Videoprojektionen der Inszenierung die Gestalten der Nachtstadt verkörpern, sind Mitglieder der Theatergruppe Eisenhans unter der Leitung des Theaterpädagogen Herbert Enge. Eisenhans wurde 1993 vom Thalia Treffpunkt des Thalia Theaters Hamburg und Leben mit Behinderung Hamburg gegründet. In Zusammenarbeit mit professionellen Regisseuren und Theaterpädagogen sind seitdem über 50 Inszenierungen entstanden, die im Thalia Theater, sowie bei Gastspielen in Theatern anderer deutscher Städten gezeigt wurden. Heute gehören drei Gruppen – zwei für junge Erwachsene im Alter von ca. 18 bis 35 Jahren und eine Gruppe für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren zum Projekt.
Mitmachen kann jeder, der gerne auf der Bühne steht – ob mit oder ohne Behinderung.

Eine Koproduktion von Marat Burnashev und Swantje Basedow mit dem Ballhaus Ost Berlin und dem Werk X Wien
gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Kulturabteilung der Stadt Wien (Ma 7)